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St. Dominikus - Kaufbeuren

„Freitagskonzerte“

2009

2010

2011

 

 

Hier gibts den Flyer des Fördervereins mit weiteren Informationen.

 

 

Ursprünge und Historie

In einer aus dem Jahre 1316 stammenden Urkunde aus dem Stadtarchiv werden die „siechen über daz Wasser“ zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die örtliche Tradition verweist auf einen Kapellenbau aus dem Jahr 1282, der zu diesem Zeitpunkt den Leprakranken geweiht worden sein soll. Es spricht einiges dafür, dass an diesem Ort „vor der langen Brucken, jenseits der Wertach“, und zu dieser Zeit, ein Leprosenhaus errichtet wurde, denn damit war den Forderungen des zweiten Laterankonzils 1179 nach Versorgung der Aussätzigen entsprochen. 1263 erlaubte Bischof Hartmann von Augsburg den Dominikanern, sich zur Leprosenpflege in Kaufbeuren niederzulassen. In einer so genannten „Seelgerätestiftung“ von 1328 werden dann die Bedürftigen von St. Dominikus urkundlich zum ersten Mal erwähnt. Zunächst stand die St.- Dominikus-Stiftung unter der Verwaltung des Heilig-Geist-Spitals. Nach dem Weggang der Dominikaner, spätestens ab 1430, bestellte der Rat der Stadt einen bürgerlichen Pfleger für das Sondersiechenhaus. Das Kirchlein wurde 1483 neu geweiht. Ursprünglich für die Pflege von unheilbar Kranken bestimmt, die wegen der Quarantänesituation nicht in das innere Spital aufgenommen werden konnten, wandelte die Stiftung im Laufe der Zeit ihren Charakter, so dass der Name Siechenhaus in Blatternhaus und schließlich in „Äußeres Spital“ umgewandelt wurde. Heute heißt sie ALTEN- und PFLEGEHEIM der HOSPITALSTIFTUNG. Der letzte Leprose war 1775 gestorben. Den Heimbewohnern wurden Verpflegung, Kleider, ärztliche Hilfe, Medikamente und Beerdigung gewährt. Seit 1624 stehen das Siechenhaus und die Kirche St. Dominikus Katholiken und Protestanten offen. Von Anfang an wurde das Kirchlein immer wieder erweitert und erneuert, so dass es jetzt romanische, gotische und seit 1709 barocke Elemente in sich vereint.

Baugeschichte

 Die beiden Seitenwände und die Rückwand der Kirche sind bis zu einer Höhe von 3,40 m das wahrscheinlich älteste Baudenkmal der Stadt Kaufbeuren. Nach Abtragen des Innenputzes bei den letzten Renovierungen erkannte man deutlich den romanischen Stil mit karolingischen Grundelementen (Tuffstein-Mauerwerk bis in das Fundament). Der rechteckige romanische Bau hatte bereits ein Satteldach. Das Mauerwerk aus Fundsteinen (Bachkatzen) ist heute unterm Putz verborgen. Fischgräten- oder Ährenmuster sind typisch für diese Zeit. Teilweise wurden auch waagrechte Bänder aus Oberbeurer Tuffstein dazwischen eingebracht. Der ursprüngliche Fußboden mit einem Kieselpflaster liegt 52 cm tiefer als der jetzige Keramikboden. 1483 wurde die Ostmauer abgebrochen, um den gotischen Chor zu errichten. Gleichzeitig erstellte man den vierseitigen Turmunterbau. 1920 wurden im Rahmen von Putzfreilegungen zugemauerte gotische Kielbogenfenster im Langhaus entdeckt. 1709 erfolgten der Anbau der Sakristei mit flachem Tonnengewölbe und die Erhöhung des Turmoberbaus mit Zwiebelturm. Im Rahmen der Barockisierung wurden die Fenster rundbogig gestaltet und ein flaches Tonnengewölbe ins Langhaus eingebracht. Die grün und rot getönten Stuckarbeiten stammen von Francesco Marazzi, der auch in Irsee, Andechs und Weißenau Werke hinterließ. Der barocke Altar ist zweisäumig mit braun marmoriertem Holzaufbau und vergoldetem Akanthus- (= Diestelart) und Palmettendekor. Das Altarblatt (Altarbild) ist seit den 20er Jahren verschollen. Schöne Eichenholzwangen mit Akanthusschnitzereien zeigt das Laiengestühl (um 1709). An der Brüstung der hölzernen Westempore sind Szenen aus dem Leben des heiligen Dominikus abgebildet, der um 1200 in Spanien eine Prediger- Bruderschaft gründete, die Urzelle des Dominikanerordens.

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